Herzensstarke Tage in Hohenwart: Ein voller Erfolg an der Regens- Wagner-Schule

Die Arbeit an Schulen ist für mich immer wieder eine bereichernde Aufgabe. Vor Kurzem durfte ich die Regens-Wagner-Schule in Hohenwart besuchen und trotz der weiten Anreise habe ich mich jeden Morgen gerne ins Auto gesetzt, denn das Ziel, die Kinder und Jugendlichen dort in ihrer Persönlichkeit zu stärken, war mir eine echte Herzensangelegenheit.

Eine ganz besonders schöne Note bekam das Ganze schon zu Beginn: Wie ich erfuhr, trägt die Schule in diesem Jahr das Jahresprojekt „bunt und stark“. Als wir feststellten, dass mein Firmenname exakt mit ihrem Motto übereinstimmt, war die Freude auf beiden Seiten riesig. Diese zufällige, aber perfekte Überschneidung machte unsere gemeinsame Zeit gleich noch runder und fühlte sich vom ersten Moment an richtig an!
Mit dem richtigen Werkzeug durch den Schulalltag

Über einen Zeitraum von drei Wochen durfte ich insgesamt sechs Klassengruppen in einem intensiven Level-Training begleiten. Bei je drei aufeinanderfolgenden Terminen hatten wir die wertvolle Zeit, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern gemeinsam tief in die Welt der Selbstbehauptung und emotionalen Stärke einzutauchen.
Ein zentrales Thema war die Frage: Wie schütze ich mein Herz? Wir haben erarbeitet, wie das eigene Schutzschild aussieht und wie die Kinder es in Sekunden mental aktivieren können. Dazu haben wir auch mit der „Geschenk- und Kackhaufen-Methode“ gearbeitet.
Wir haben gelernt: Beleidigungen sind wie „Kackhaufen“, wir nehmen sie gar nicht erst an. Schöne Worte hingegen sind „Geschenke“, die unser Herz stärken, die nehmen wir gerne an. Diese einfache Unterscheidung hat bei den Schülern für viele Aha-Momente gesorgt und wurde direkt für den Alltag übernommen.
Das Tiermodell: Vom Verhalten zur Reflexion

Um das eigene Verhalten besser zu verstehen und zu steuern, haben wir das Tiermodell genutzt. Gleichzeitig hilft uns dieses Modell auch dabei, das Verhalten unserer Mitschüler und Mitmenschen besser einzuschätzen, um so sachlicher und souveräner auf sie reagieren zu können.
- Das Schaf: Das Schaf lässt sich leicht beeinflussen, ist passiv, lässt sich schnell ärgern und neigt dazu, sich zu beklagen, statt selbstbewusst zu handeln.
- Die Mücke: Die Mücke sucht ihre Bestätigung durch Provokation und Sticheleien, wirkt dadurch nach außen hin eher nervig und destruktiv.
- Der Löwe: Der Löwe steht für ein selbstbestimmtes und souveränes Auftreten, bei dem man seine Grenzen klar wahrt und anderen respektvoll, aber bestimmt begegnet.
Gemeinsam haben wir reflektiert: In welcher Situation verhalte ich mich wie welches Tier? Und vor allem: Wie möchte ich mich verhalten, wenn mir jemand etwas wegnimmt oder mich ungefragt anfasst? Die Kinder haben gelernt, ihre Grenzen nicht nur zu spüren, sondern sie auch laut und deutlich zu kommunizieren.

Für mich persönlich war dieser Besuch eine ganz besondere Erfahrung: Ich durfte viele Gebärden kennenlernen und entdecken, wie Kommunikation auch ohne Worte allein durch Präsenz, Mimik und gegenseitige Aufmerksamkeit wunderbar gelingen kann. Auch wenn ich durch meine fehlenden Arme und Finger die Gebärden selbst nicht umsetzen konnte, haben wir uns doch tiefgehend und auf einer anderen Ebene verstanden. Mir war vorher klar, dass es funktionieren würde, auch wenn wir in verschiedenen Welten leben aber dass es in der Praxis so gut geklappt hat, hat mich sehr berührt und abgeholt. Diese Erfahrung hat mir enorme Freude und Erfüllung geschenkt und mir wieder einmal gezeigt, wie viel Tiefe und Verbundenheit in jedem gemeinsamen Wachstumsmoment steckt.
Gefühle als Wegweiser

Ein weiterer Fokus lag auf der emotionalen Intelligenz.
Wir haben über Gefühle gesprochen: Welche mag ich? Welche sind eher schwierig?
Wir haben Strategien entwickelt, wie man mit Wut oder Traurigkeit umgehen kann, ohne sich selbst oder andere zu verletzen. Zu sehen, wie die Kinder ihre eigenen Gefühlszustände benennen und regulieren lernten, war beeindruckend.
Merksätze, die bleiben
Besonders gerührt hat mich, wie schnell die Kinder die Merksätze und Affirmationen verinnerlicht haben. Es war toll zu beobachten, wie diese kleinen „Mut-Macher“ sofort im Alltag eingebaut wurden. Wenn ein Kind nach dem Training zu mir kommt und stolz berichtet: „Marina, ich habe mich heute wie ein Löwe verhalten und das Schutzschild aktiviert!“, dann weiß ich umso mehr, warum ich das alles mache.

Es ist ein wunderbares Gefühl zu sehen, wie die Inhalte über das Training hinaus lebendig werden – sei es durch eine Gruppe, die sich beim Sportfest gegenseitig bestärkt, oder durch den Satz „Ich bin gut, so wie ich bin“, der mit den passenden Bewegungen nun fester Bestandteil des Morgenkreises ist. Zu erleben, wie diese Impulse den Kindern und Pädagogen im Schulalltag Halt und Freude schenken, ist für mich ein wundervolles Kompliment.
Die herzliche Aufnahme in Hohenwart und die Offenheit der Schülerinnen und Schüler haben diese Wochen zu einer besonderen Erfahrung gemacht. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen der Regens-Wagner-Schule und freue mich, dass die Kinder nun mit einem prall gefüllten Werkzeugkoffer für ein starkes Miteinander durch ihren Schulalltag gehen.
Warst du auch bei einem meiner Trainings dabei oder möchtest du, dass ich an deine Schule komme, um gemeinsam an Stärke und Selbstvertrauen zu arbeiten? Schreib mir gerne!
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