Workshop zur gewaltfreien Kommunikation am Martin-Schleyer- Gymnasium Lauda

18. Dezember 2025

Im Rahmen eines Workshops durfte ich mit einer 8. Klasse des Martin-Schleyer-Gymnasiums in Lauda zum Thema gewaltfreie Kommunikation arbeiten. Ziel des Workshops war es, Sprache bewusster wahrzunehmen, die Wirkung von Worten zu reflektieren und einen respektvollen Umgang miteinander zu stärken.

Zum Einstieg klärten wir den Begriff Resilienz anhand eines Beispiels und bildlicher Verdeutlichung, denn Resilienz begleitet uns von klein auf unser ganzes Leben lang.

Workshop Gewaltfreie Kommunikation Lauda – Warum beleidigen wir?

Anschließend arbeiteten die Jugendlichen mit drei Plakaten, auf denen jeweils eine

Frage stand:

Warum beleidigen wir?

Wozu brauchen wir beleidigende Wörter?

Welches Gefühl steckt hinter Beleidigungen?

Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Gedanken anonym auf kleinen Zetteln

festhalten und auf die Plakate kleben. Die gesammelten Rückmeldungen wurden

gemeinsam gelesen, eingeordnet und besprochen. Dabei zeigte sich, wie vielfältig

die Beweggründe und Gefühle hinter beleidigender Sprache sein können.

Wir beschäftigten uns noch näher mit dem Thema Beleidigungen, welche Wirkung diese haben und warum wir sie in unserem Alltag mittlerweile als so selbstverständlich einsetzen.

 

Ein Geschenk stand hierfür symbolisch für Lob oder Komplimente (alles was dem Herzen gut tut) und Beleidigungen oder fiese Kommentare (alles was wir als verletzend wahrnehmen) bekamen das Bild eines Kackhaufens zugeordnet. Schnell wurde klar, dass wir Geschenke gerne annehmen und „Kackhaufen“ liegen lassen sollten. Dies setzten wir in verschiedenen Rollenspielen und praktischen Gruppenübungen zum verinnerlichen um.

 

Die Schülerinnen und Schüler setzten sich dadurch intensiv mit der Wirkung von abwertenden Kommentaren und bewussten oder auch versteckten Beleidigungen auseinander.

Gewaltfreie Kommunikation in der Schule – Ich- und Du-Botschaften verstehen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Ich- und Du-Botschaften. Zunächst wurden die

Unterschiede und Wirkungen beider Kommunikationsformen erklärt. Anschließend

schrieben die Schülerinnen und Schüler selbst erlebte Du-Botschaften auf und

wandelten diese Schritt für Schritt in Ich-Botschaften um. So wurde erfahrbar, wie

sich Aussagen verändern können, wenn eigene Gefühle und Bedürfnisse in den

Vordergrund gestellt werden.

Im Anschluss daran wurde noch mit dem Thema Gefühle gearbeitet. Mithilfe eines Gefühlskompasses sammelten die Schülerinnen und Schüler Gefühle, die ihnen spontan einfielen.

Eine Seite stand dabei für Gefühle, die wir gerne erleben, die andere für Gefühle, die wir als unangenehm empfinden. Gemeinsam wurde herausgearbeitet, dass alle Gefühle richtig und wichtig sind, es jedoch entscheidend darauf ankommt, wie wir mit ihnen umgehen.

In der Gruppe wurden verschiedene Möglichkeiten gesammelt, wie Gefühle ausgelebt werden können, ohne sich selbst, andere oder Gegenstände zu gefährden.

Gefühle wahrnehmen – Ein zentraler Teil des Workshops Gewaltfreie Kommunikation Lauda

Besonders hervorheben möchte ich die offene und selbstverständliche Haltung der Klasse im Umgang mit meiner körperlichen Behinderung. Von Beginn an begegneten mir die Schülerinnen und Schüler aufmerksam, wertschätzend, interessiert und ohne Berührungsängste.

Ich bedanke mich herzlich beim Martin-Schleyer-Gymnasium Lauda, bei den anwesenden Lehrkräften, den zuständigen Respekt Coaches, sowie bei den Schülerinnen und Schülern für die Offenheit, das Engagement und die konstruktive Mitarbeit. Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig und wirksam bewusste Kommunikation und die Auseinandersetzung mit Gefühlen im schulischen Alltag sein kann.