„bunt & stark“ zu Gast an der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen
07. Mai 2026
„Ich bin gut, so wie ich bin!“ – Ein wichtiger Merksatz, den eine fünfte Klasse der
Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen vor kurzem gelernt hat. Ich war zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schülern an ihrer Selbstbehauptung, Resilienz und Lebenskompetenz zu arbeiten.
Der Körper spricht, bevor wir unsere Stimme einsetzen
Alles begann mit der eigenen Körperhaltung. Die Kinder erforschten gemeinsam, wie sie
auf andere wirken: Wann sehe ich mutig aus? Und viel wichtiger: Wie fühlt es sich an,
wenn ich eine aufrechte und sichere Haltung einnehme? Schnell wurde klar: Wer aufrecht
steht, fühlt sich auch innerlich sofort stärker.
Mit dem bekannten Tiermodell lernten die Schüler, dass wir im Leben immer die Wahl
haben, ob wir wie eine „nervige Mücke“ sticheln, uns wie ein „Schaf“ alles gefallen lassen
und meckern oder als entspannter Löwe durch den Alltag gehen.
Die Superkraft: Nicht reagieren müssen
Ein Kernpunkt des Trainings war die Erkenntnis: Nicht alles braucht eine sofortige
Reaktion. Ich zeigte den Kindern, wie viel Macht darin liegt, Dinge an sich
abprallen zu lassen. Sich umdrehen und sich dem Guten im Leben zuwenden, statt in den
Kampfmodus zu gehen – das ist wahre Stärke.
Die Klasse lernte, dass Streit oft schon viel früher beginnt, meist mit kleinen
Provokationen. Die goldene Regel lautete daher: „Ich bleibe bei mir.“ Wer sich auf
seinen eigenen Weg, seinen Handlungsspielraum und seine eigenen Herausforderungen
fokussiert, lässt sich weniger in Konflikte hineinziehen.
Den inneren Kompass verstehen
Was tun mit der Wut? Die Schüler waren sich einig: Wut ist Energie, und die muss raus.
Aber wie? Das Training half dabei, den inneren Kompass zu lesen. Die Kinder lernten, ihre
Gefühle wahrzunehmen und gesund auszuleben, ohne anderen dabei zu schaden.
Dabei wurde auch das Thema Vorurteile beleuchtet: Wir sehen oft nur die Oberfläche
eines Menschen. Erst durch Interesse, Nachfragen und Empathie können wir verstehen,
was in jemandem wirklich vorgeht, und Schubladendenken vermeiden.
So schütze ich mein Herz
Ein weiterer Teil des Trainings war die Unterscheidung zwischen „Geschenken“ fürs Herz
und den sogenannten „Kackhaufen-Aussagen“ (Beleidigungen). Die Schüler aktivierten ihr
individuelles Schutzschild und lernten eine lebenswichtige Lektion:
„Ich bin mir selbst am nächsten und deshalb der wichtigste Mensch in meinem Leben.
Meine eigene Meinung über mich zählt am meisten.“
In der Herz-Übung ordneten die Kinder ein, wer ihnen nahesteht und wer weiter entfernt ist. Damit wurde verdeutlicht, dass die Meinung von Menschen, die weiter weg sind, niemals unser Herz verletzen sollte.
Mit klarer Stimme für sich einstehen
Zum Abschluss wurde es laut und deutlich: Die Kinder übten den Einsatz ihrer Stimme, um Grenzen zu setzen. Es gab Raum für wichtige Fragen: „Wie hole ich mir Hilfe?“ und „Was mache ich, wenn niemand da ist, um zu helfen?“.
Mit einer Urkunde im Gepäck und einem gestärkten Selbstwertgefühl endete das Training.
Ein herzliches Dankeschön geht an die offene und engagierte fünfte Klasse sowie
an den Klassenlehrer für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank
gilt zudem den Respekt Coaches der DRK, deren Engagement dieses Training erst
ermöglicht hat.
Ein starkes ‘Wir’ beginnt beim ‘Ich bin richtig’.
Das Training zeigt: Selbstakzeptanz ist der erste Schritt zu einer friedlichen Gemeinschaft.
Danke für die bunte & starke Zusammenarbeit!