Stark wie ein Fels, klar wie ein Schutzschild: Resilienztraining an der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen

10. Februar 2026

Wie reagiere ich, wenn ich beleidigt werde? Was macht eine gute Körpersprache aus? Und warum sieht man einem Menschen seine wahren Stärken oft gar nicht auf den ersten Blick an? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen bei meinem Selbstbehauptungs- und Resilienztraining.

Der Blick unter die Wasseroberfläche: Das Eisberg-Modell

Ein Thema des Trainings war das Eisberg-Modell. Die Sechstklässler lernten, dass wir bei unseren Mitmenschen oft nur die „Spitze des Eisbergs“ sehen – also das sichtbare Verhalten. Was jedoch darunter liegt, wie der Charakter, die individuellen Stärken oder die aktuelle Gefühlswelt, bleibt oft verborgen. Die Übung sensibilisierte die Kinder dafür, wie schnell wir andere bewerten, ohne ihr wahres Ich zu kennen, und förderte so gegenseitigen Respekt und Achtsamkeit.

Gefühle dürfen sein – aber die Handlung zählt

Ein Highlight war die Arbeit mit dem Gefühlskompass. Gemeinsam wurde erörtert: Welche Gefühle kenne ich? Welche fühle ich gerne, welche vermeide ich lieber? Eine wichtige Botschaft des Tages: Alle Gefühle dürfen da sein und gefühlt werden. Entscheidend ist jedoch, wie wir in diesem Gefühl handeln.

Transparent und greifbar wurden Gefühle bei der „Herz-Übung“: Ein Papierherz wurde stellvertretend für schlechte Erfahrungen und angenommene Beleidigungen zerkrümpfelt. Auch wenn man es mit Geschenken und positivem Denken wieder öffnet und glattstreicht, bleiben Falten und Risse zurück. Die Schüler lernten so bildlich, wie tief Verletzungen sitzen können und dass Menschen, die verletzt wurden, oft aus einem inneren Ungleichgewicht heraus andere beleidigen.

Deeskalation und der „Stabile Modus“

In praktischen Übungen trainierten die Jugendlichen ihre Selbstbehauptung. Sie lernten, ein unsichtbares Schutzschild gegen Beleidigungen aufzubauen und deeskalierend zu reagieren, um ein gewaltfreies Umfeld zu schaffen. Auch der Umgang mit Eigentum stand im Fokus: Wie verhalte ich mich ruhig und klar, wenn mir etwas weggenommen wird?

Hierbei spielte die Körpersprache eine entscheidende Rolle. Der Kontrast zwischen dem „Wackel-Modus“ (Unsicherheit) und dem „stabilen Modus“ wurde direkt auf den Körper übertragen. Die Schüler übten, mutig und fest zu stehen, um den Herausforderungen des Lebens – buchstäblich und im übertragenen Sinne – standhalten zu können.

Ein Schritt in Richtung starke Gemeinschaft

Am Ende eines intensiven Tages gingen die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit neuen Techniken nach Hause, sondern vor allem mit einer gestärkten inneren Haltung. Das Training an der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen war ein wichtiger Baustein, um das Miteinander zu festigen und die Kinder auf ihrem Weg zu selbstbewussten und resilienten Persönlichkeiten zu unterstützen. 

Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten und besonders bei den Schülern für ihre Offenheit und Bereitschaft für erste Schritte der Veränderung im Umgang mit sich selbst und ihren Mitmenschen.