Vielfalt und innere Stärke – Mein Impulsvortrag beim Gesamttreffen der Selbsthilfeaktiven in Würzburg

24. Juni 2026

Im Juni hatte ich die große Ehre, auf Einladung des Aktivbüros Würzburg als Referentin beim jährlichen Gesamttreffen aller Selbsthilfeaktiven zu Gast zu sein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Motto: ‚Vielfalt in der Selbsthilfe‘, was auch mir als Gründerin von bunt & stark sehr am Herzen liegt.

Neben zahlreichen engagierten Aktiven durften wir im Ratssaal auch die Sozialreferentin der Stadt Würzburg begrüßen. Es war ein Abend voller Bewegung – im wahrsten Sinne des Wortes!

Diskriminierung verstehen: Von Strukturen und Mechanismen

In meinem Impulsvortrag ging es nicht nur um graue Theorie, sondern um das echte Leben.

Diskriminierung ist vielschichtig. Sie begegnet uns oft in äußeren Strukturen – wie dem

Meetingraum im ersten Stock ohne Aufzug oder einer zu schweren Tür. Viel subtiler und gefährlicher sind jedoch die unsichtbaren Mechanismen: die unbewussten Bilder in unseren Köpfen, die vorschnellen Annahmen und das Schweigen aus Unsicherheit.

Ich habe den Teilnehmern von meinen eigenen Erfahrungen als Frau mit einer sichtbaren körperlichen Behinderung berichtet. Ob im Verwaltungsgebäude einer Behörde, wo man lieber mit meiner Begleitperson statt mit mir sprach, oder auf Messen, wo mir Kompetenzen aufgrund meines Aussehens und meines Geschlechts abgesprochen wurden:

„Sobald mein Gegenüber unbewusste Annahmen trifft – wie etwa ‚Keine Arme bedeutet: keine Unterschrift oder kein Autofahren möglich‘ –, entsteht Barriere im Kopf. Dabei fahre ich seit acht Jahren unfallfrei und selbständig mit meinem eigenen Auto!“

Das Geschenk und der „Kackhaufen“: Du entscheidest!

Um den Aktiven praktische Werkzeuge für den Alltag in ihren Gruppen an die Hand zu geben,

habe ich eine Methode mitgebracht, die ich sonst mit Kindern in meinen Resilienztrainings nutze: Das Prinzip vom Geschenk und dem Kackhaufen. Komplimente und Lob sind wie Geschenke – wir nehmen sie gerne an. Beleidigungen, Diskriminierung oder fiese Blicke dagegen sind wie ein stinkender Kackhaufen. Wenn wir diesen nicht annehmen, bei wem bleibt er dann? Richtig: beim Absender! Wir selbst entscheiden, was wir in unser Herz lassen.

Gemeinsam haben wir an diesem Abend auch unsere Körpersprache getestet. Vom unsicheren, zusammengesunkenen Stand hinein in eine aufrechte, mutige Position. Denn unser Körper sendet Signale direkt an unser Gehirn: Ich bin sicher. Ich bin mutig.

Resilienz heißt: Krone richten und Verbündete sein

Echte Teilhabe bedeutet nicht nur, einen Aufzug zu bauen. Sie beginnt mit der ersten respektvollen Frage auf Augenhöhe: „Wie kann ich dich am besten unterstützen?“, statt einfach über den Kopf des anderen hinweg zu entscheiden.

Mit der tatkräftigen Unterstützung meines Assistenten haben wir das gesamte Publikum in Bewegung gebracht. Gemeinsam haben wir kraftvolle Affirmationen mit passende Bewegungen verknüpft, um uns zu aktivieren und in Erinnerung zu rufen:

„Ich bin gut so wie ich bin.“

 

„Ich bin nicht perfekt und das ist gut so, denn ich gebe mein Bestes und mag mich!“

 

„Alle Gefühle sind richtig und wichtig, aber ich achte bewusst auf meine Handlungen.“

Resilienz bedeutet nicht, dass wir keine Trauer, Wut oder Angst spüren dürfen. Alle Gefühle haben ihren Platz auf unserem inneren Kompass. Resilienz bedeutet, nach einem Sturz die Kräfte zu sammeln, wieder aufzustehen, die Gefühle zu verarbeiten und die eigene Krone wieder zu richten!

Gestaltet eure Schutzräume!

In der Selbsthilfe sind wir ein „Wir“. Deshalb war mein Impuls an alle Gruppen: Seid wachsam für subtile Formen der Ausgrenzung. Wenn jemand übergangen wird, werdet zum Verbündeten! Unterbrecht den Mechanismus dahinter.

Ein riesiges Dankeschön geht an das Team vom Aktivbüro Würzburg für die großartige Organisation und an alle Teilnehmenden für eure Offenheit, das Mitmachen bei den Übungen und die wunderbaren Gespräche im Anschluss.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Räume und Herzen offen bleiben. Denn wir alle sind bunt & stark!

Möchtest du auch in deiner Einrichtung, deinem Verein oder deinem Team Barrieren im Kopf abbauen und Resilienz stärken? Schreib mir gerne eine Nachricht für einen Workshop oder Vortrag!